30 Jahre Seniorenkreis

20472 Backhausen

Seniorenkreis besteht seit 30 Jahren

Mitglieder feierten Jubiläum mit Dankgottesdienst und gemütlichem Beisammensein

    Furth. Dass die Jugend betreut werden sollte, gilt heutzutage meist als selbstverständlich. Dass es aber auch die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger verdient haben, umsorgt und unterstützt zu werden, ist noch nicht in das Bewusstsein aller eingedrungen. Dabei stellt sich diese Aufgabe umso dringlicher, als ja immer mehr Menschen immer älter werden. Sie brauchen das Gefühl, dass sie trotzt des Lebensalters, das ihnen so manche Einschränkung abnötigt, noch voll in die Gemeinschaft integriert sind.

  Die ehemalige Gemeinderätin Irmgard Ausmann hat vor nunmehr 30 Jahren den Seniorenkreis ins Leben gerufen. Sie zeichnet für das Programm verantwortlich, von ihr gehen die Initiativen und Aktivitäten aus, an denen inzwischen etwa 30 Senioren aus Furth Gefallen gefunden haben. Die Teilnehmerzahlen, auf die der Seniorenkreis voller Stolz verweisen kann, belegen eindeutig das große Interesse vieler älterer Menschen. Darüber hinaus wird aber auch der Versuch unternommen, weitere, vor allem allein stehende ältere Menschen aus ihrer Isolation herauszuholen und zum Seniorenkreis zu bringen. Der dafür erforderliche Einsatz auch an wertvoller Freizeit verdient besondere Anerkennung.

   Das gilt nicht minder für die abwechslungsreiche Programmgestaltung. Außer dem regelmäßigen Beisammensein gehören Zusammenkünfte mit Vorträge und Informationsveranstaltungen ebenso wie Muttertagsfeiern, Weihnachtsfeier, Ausflüge, Singen, Basteln und so weiter. Die Renten- und Pensionistengeneration genießt ganz offenbar den Seniorenkreis und die Gemeinde kann sich glücklich schätzen, dass es diese so gut funktionierende Einrichtung immer noch gibt.

   Sein 30-jähriges Bestehen feierte nun der Seniorenkreis am Sonntag. Den Auftakt bildete ein Dankgottesdienst in der Pfarrkirche. Pfarrer Thomas Winderl erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Zahl 30 in der Symbolsprache als Zahl der Vollkommenheit von Gnade und Gesetz gelte und man diese Zahl auch in der Bibel entdecken könne. Dass es den Seniorenkreis nun schon drei Jahrzehnte gibt zeige deutlich, dass diese Gemeinschaft eine Portion Gnade geschenkt bekommen habe und dass hier wohl auch ein Stück Fülle und Vollkommenheit verspürt werden könne. „Den Weizen aber bringt er in die Scheune“, hatte es im sonntäglichen Evangelium geheißen. „Wir bringen heute nach 30 Jahren Seniorenkreis die Ernte ein und das darf gefeiert werden. Die Ernte ist die Grundlage dafür, dass es weitergehen kann“, fasste der Geistliche zusammen. Die Sebastianimusi hatte der Eucharistiefeier einen würdigen Rahmen verliehen. Anschließend traf man sich zu einem Gruppenfoto am Dorfplatz und zu einem gemütlichen Beisammensein im Sportheim. Die Initiatorin und Leiterin des Seniorenkreises, Irmgard Ausmann, konnte unter anderem auch Bürgermeister Andreas Horsche begrüßen. Die Senioren seien wirtschaftlich eine wichtige Gruppe, politisch eine solide Wählergemeinschaft, die treuesten Kirchgänger und „in Furth eine Gruppe unteren andern“, stellte sie fest, welche übrigens auch schon von der bayerischen Staatsregierung für das Ehrenamt ausgezeichnet wurde. Angefangen habe alles vor 30 Jahren mit einer Einladung zum Kaffeetrinken und keiner der politisch und kirchlich Verantwortlichen sei damals so recht begeistert gewesen, erinnerte sie.

   Die Glückwünsche von Pfarrer und Bürgermeister galten nicht zuletzt der Initiatorin der Jubiläumsgruppe, welche diese Einrichtung ins Leben gerufen, auf- und ausgebaut und schließlich zu einem festen Bestandteil in der Gemeinde geführt hat. Nicht minder herzlich gratuliert wurde aber den vielen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die das umfassende Angebot des Seniorenkreises gerne angenommen haben und – hofft man – auch weiterhin annehmen werden. Die relativ breite Resonanz, auf die der Club gestoßen sei. bestätige der Initiatorin, einem echten Mangel in ausgezeichneter Weise abgeholfen zu haben.

Der Seniorenclub bietet den älteren Menschen Unterhaltung im Kreise Gleichaltriger und Gleichgesinnter. Er verschafft ihnen die Gelegenheit, Gespräche zu führen, Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu schließen und damit mitmenschlich neu verwurzelt zu werden. Und noch eins: Jeder – so heißt es – ist so alt beziehungsweise so jung, wie er sich fühlt. Das soll besagen, dass nicht das kalendarische, sondern das biologische Lebensalter die entscheidende Rolle spielt. Jung fühlt sich, wer interessiert ist an den Dingen des Lebens. Wer noch Aufgaben vor sich sieht und bereit ist, sich Herausforderungen zu stellen. Jung ist, wer Spaß am Leben empfindet, bestimmten Ereignissen voller Vorfreude entgegenfiebert und noch mit beiden Beinen mitten im Leben steht.

   Hingegen ist alt, wer glaubt, dass das eigentliche Leben schon hinter ihm liegt, wer nur noch den Tod vor sich sieht und seinen weiteren Verbleib auf dieser Welt keinen rechten Sinn mehr abgewinnen kann. Alt ist, wer sich für nichts mehr begeistern und sich auf nichts mehr freuen kann, wer alles nur noch auf sich zukommen lässt ohne den Willen, die Geschicke nach Möglichkeit selbst zu lenken.

Vor diesem Hintergrund gibt es gar keine Frage: Die geschätzten Damen und Herren des Seniorenkreises gehören selbstverständlich zu den Jungen im Lande! Wer so wie diese regen Anteil nimmt an den unterschiedlichsten Dingen, die das Leben mit sich bringt, wer gemeinsam diskutiert, singt, spielt, wer Feste feiert, Ausflüge unternimmt und sich immer wieder auf die nächste Zusammenkunft freut, ist ein wertvoller Aktivposten für die Gesellschaft, tut sich selbst aber den größten Gefallen: Denn er macht etwas aus seinem Leben, hält sich nicht für überflüssig, weil er im Arbeits- und Erwerbsleben keine Rolle mehr spielt. In diesem Sinne seien alle Senioren der Gemeinde angesprochen, meinte noch Irmgard Ausmann, und man würde sich freuen, wenn wieder neue Leute den Weg zu dieser Gruppe finden würden.                  -bac-

Seniorenkreis

Die Mitglieder des Seniorenkreises beim Jubiläumsfest

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